„Feuer! Ruft die 112 an!“
Der durchdringende Schrei zerriss die Stille der Mitternacht auf dem Anwesen der Harrisons, einer weitläufigen Villa in einem Vorort von Los Angeles. Innerhalb weniger Minuten quoll dichter Rauch aus dem Ostflügel, dem Teil des Hauses, in dem sich die Kinderzimmer befanden.
Victor Harrison, ein 55-jähriger Milliardär und Investor, fuhr aus dem Bett hoch. Jahrzehntelang hatte er sich ein Imperium im Immobilien- und Finanzsektor aufgebaut, doch in diesem Moment war ihm das alles egal. Sein Herz setzte fast aus, als er sich erinnerte – seine siebenjährigen Zwillingstöchter Emma und Ella schliefen im Kinderzimmer.
„Wo sind meine Mädchen?!“, schrie Victor, während er die große Treppe hinunterstürzte und barfuß auf dem polierten Marmor ausrutschte. Die Angestellten flohen panisch. Einige versuchten, Feuerlöscher zu betätigen, andere waren bereits draußen, hustend und weinend. Doch niemand schien zu wissen, wie man zur Kinderkrippe gelangen konnte. Das Feuer hatte sich zu stark ausgebreitet und versperrte den Hauptflur.
Inmitten des Chaos zögerte eine Person nicht. Grace Mbaye, eine 34-jährige Magd, die jahrelang still und leise in der Villa gearbeitet hatte, bedeckte ihr Gesicht mit einem feuchten Tuch und rannte direkt auf die Flammen zu. „Die Zwillinge sind noch da drin!“, schrie sie.